blühendes Schöllkraut

Das Schöllkraut

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) gehört zur Familie der Mohngewächse und zählt zu den traditionsreichen Pflanzen der europäischen Naturheilkunde. Es wächst bevorzugt in der Nähe von Siedlungen, an Mauern, Wegrändern und in geschützten Bereichen der Natur.

Auch unter Namen wie Goldwurz oder Warzenkraut ist das Schöllkraut bekannt. In naturheilkundlichen Konzepten wird es seit langer Zeit besonders im Zusammenhang mit Leber, Galle und dem Verdauungssystem betrachtet.

blühendes Schöllkraut mit Darstellung Organbezug

Das Schöllkraut kann eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm erreichen und fällt durch seine gelben Blüten sowie den charakteristischen orangefarbenen Pflanzensaft auf. Verwendet wurden traditionell sowohl die oberirdischen Pflanzenteile als auch die Wurzel.

Die Pflanze enthält verschiedene natürliche Inhaltsstoffe, darunter Alkaloide und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. In der traditionellen Pflanzenkunde wurde Schöllkraut besonders dann eingeordnet, wenn krampfartige Beschwerden im Bereich von Galle, Oberbauch oder Verdauung Aufmerksamkeit verlangten.

Bereits seit der Antike spielte Schöllkraut in verschiedenen Heiltraditionen eine Rolle. Im europäischen Raum wurde es über viele Generationen hinweg geschätzt, während es auch in anderen Kulturen traditionell Verwendung fand.

Gerade das Zusammenspiel von Leber, Galle und Verdauung ist für das tägliche Wohlbefinden von großer Bedeutung. Gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus der Balance, kann sich das auf viele Bereiche des Alltags auswirken.

Zum Schöllkraut (Chelidonium majus) liegen pharmakologische Untersuchungen und klinische Beobachtungen vor. Diese beziehen sich überwiegend auf die Frischpflanze. Auch Extrakte aus frischen Wurzeln wurden in diesem Zusammenhang beschrieben.

In neueren Untersuchungen zeigten Alkaloide aus einem methanolischen Extrakt fungitoxische Eigenschaften gegen Cladosporium herbarum (Ma et al. 2000).

In zwei kontrollierten Studien an Patienten mit funktionellen Oberbauchbeschwerden sowie krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes wurden bereits nach 14 Tagen positive Effekte beschrieben (Ritter et al. 1992; Reuter 1995).

Eine dreimonatige Anwendungsbeobachtung mit über 600 Patienten berichtete zudem über eine rasche Linderung krampfartiger Beschwerden im Gastrointestinaltrakt und/oder Gallenwegsbereich innerhalb der ersten 30 Minuten nach Einnahme, mit einer Wirkung von mehreren Stunden (Kniebel & Urlacher 1993).

Das Schöllkraut zeigt damit eindrucksvoll, wie traditionelles Pflanzenwissen und modernes wissenschaftliches Interesse zusammenfinden können.

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.